Sichtweisen Bericht
Liebe Sichtweisen-Zugewandte, Kursteilnehmenden, Kunden und uns kollegial Verbundenen
Das zu Ende gehende Jahr lädt dazu ein, kurz innezuhalten: Die stillen Tage nach Weihnachten und dieser letzte Tag des Jahres 2025 öffnen einen Raum, um Vergangenes zu würdigen und dem Kommenden mit wachem Blick zu begegnen.
Rund um den Nikolaustag zieht in vielen Alpenregionen noch immer der Krampus mit Fell, Maske und Rute durch die Gassen, als dunkler Begleiter des heiligen Nikolaus. Der Brauch geht auf vorchristliche Winterrituale zurück und wurde später mit der Figur des Nikolaus verknüpft, um „brave“ Kinder zu belohnen und „unartige“ zu erschrecken.
Gerade aus mediations-ethischer Sicht irritiert die Vorstellung, dass manche Kinder keine Geschenke bekommen, weil sie nicht „brav“ waren – eine Haltung der Bewertung, die unserem Anspruch an wertfreier Begleitung widerspricht und völlig außer Acht lässt, die Ursachen des Verhaltens zu erforschen, um – im besten Fall – sogar Verständnis für die Handlungen zu gewinnen.
Gerade in der heutigen Zeit ist zu beobachten, dass vorschnelle Bewertungen und Meinungsbildungen stattfinden, ohne den Gesamtkontext und die Ursachen für Handlungen zu betrachten. Vordergründige und vorschnelle Bewertungen, Verurteilungen oder auch „Friedensschlüsse“ ohne gegenseitigen Vertrauensaufbau und Arbeit an funktionierender Kommunikation werden kaum nachhaltig sein. Dazu formuliert Otto Baumgartner-Amstad: „Konflikte entstehen oft im gegenseitigen Verschweigen.“ 
Mein Wunsch für das kommende Jahr ist, dass wir weiter an unserer Fähigkeit arbeiten, offen miteinander zu kommunizieren, bewertungsfrei aufeinander zuzugehen und die Botschaft friedlichen Miteinanders durch unser mediatives Wirken weiter zu verbreiten.
Von Herzen “Danke!” für euer Vertrauen in die Sichtweisen und das rege Interesse an unseren Ausbildungsangeboten und einen guten Start in das neue Jahr 2026.
Was ist dein Wunsch?